Emily Rawlins-StruckmannBIOGRAPHISCHESEmily Rawlins’ Karriere begann im Alter von 13 Jahren in Lancaster, Ohio, als sie ein Liedprogramm im örtlichen Musikclub ihrer Mutter zum besten gab und die Habanera aus Bizets „Carmen“ als Zugabe wählte. Der Erfolg dieser Vorstellung, und vor allem der überwältigende Applaus für ihre kindliche Interpretation einer der größten Opernheroinen, ermutigten die noch sehr junge Künstlerin ihren Fokus auf eine internationale Opernkarriere zu lenken. | ||
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Sie verfolgte ihr Ziel mit einem Studium an der Universität von Indiana. Das Singen von Partien wie Violetta in Verdis “La Traviata”, der Titelpartie in „L’Incoronazione di Poppea“, Santuzza und Lisa in Tschaikowskys “Pique Dame” am University Opera Theater brachten ihr ein Stipendium, um ihre Studien erst am Curtis Institute of Music in Philadelphia und später, mit einem Fulbright-Hays Stipendium, in Wien an der Hochschule für Musik fortzusetzen. Seit Emily Rawlins ihr erstes Engagement in Basel erhielt, hat sie weltweit eine erstaunlich breite Bandbreite an Opernrollen gesungen, und ihr Stimmumfang reicht von Mezzorollen bis hin zu dramatischen Sopranpartien. Darüber hinaus sang sie Uraufführungen diverser zeitgenössischer Komponisten sowie Hauptrollen des traditionellen Opernrepertoires. Die Künstlerin sang mit den meisten der gefragten Dirigenten, u.a. Christof von Dohnanyi, Seiji Ozawa und Claudio Abbado, und arbeitete mit Regisseuren wie Jean Pierre Ponnelle und Otto Schenk. Sie studierte Schauspiel bei Dino Yanopoulis in Philadelphia und bei Stella Adler am Stella Adler Konservatorium in New York und nahm außerdem an Meisterklassen von Tito Gobbi und Maria Callas teil. Am Baseler Stadttheater war ihr Rollendebüt als Cherubino in Mozarts „Le Nozze di Figaro“ ein solcher Erfolg, dass die Theaterleitung ihr sofort Rollen wie Poppea und Pamina in „Die Zauberflöte“ anbot. In den darauf folgenden Saisonen folgten hier Violetta, Rusalka, Cio Cio San, Desdemona in Verdis „Otello“ und die beiden Strauss-Rollen Octavian in „Der Rosenkavalier“ und der Komponist in „Ariadne auf Naxos“. Am Ende des vierjährigen Engagements hatte Frau Rawlins begonnen, sich einen Namen als leidenschaftliche Gesangsschauspielerin zu machen, und nach einem Gastvertrag an der Kölner Oper engagierte Dr. Griesha Barfuss von der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf sie bei ihm nicht nur Hauptpartien, die sie schon in Basel gesungen hatte, sondern darüber hinaus Marie in Smetanas „Die verkaufte Braut“, Zerlina in „Fra Diavolo“ (beide wurden vom ZDF verfilmt), Manon in Henzes „Boulevard Solitude“, Nedda in Leoncavallos „I Pagliacci“ und einige Uraufführungen zu singen, nach denen Frau Rawlins vor allem mit der Cordelia in Aribert Reimanns „Lear“ identifiziert wurde, die sie später auch in der amerikanischen Premiere an der San Francisco Opera sang. Obwohl die Karriere von Emily Rawlins in erster Linie eine europäische war, war sie auch auf den folgenden amerikanischen Bühnen zu erleben: Boston Opera (Bolschoi Schedrin Projekt,) Boston Symphony („Elektra”), San Francisco Opera (Nedda, Violetta), Austin Lyric Opera („Tosca”), San Francisco Concert Opera („La Finta Giardiniera”), The Houston Grand Opera (Giuletta in „Hoffmanns Erzählungen”), Boston Concert Opera (Hanna Glawari in „Die lustige Witwe“), Los Angeles Opera („Anna Karenina“), Miami Opera („La Voix Humaine“), Palm Beach Opera und Columbus Lyric Opera („Salome“). Sie war bei internationalen Festspielen wie den Salzburger Festspielen (als Sophie in Cerhas “Baal“ und 1991 mit Alban Bergs „Bruchstücke“ aus „Wozzeck“ in einem Konzert mit Claudio Abbado und den Wiener Philharmonikern) und dem Festival dei due Mondi in Spoleto zu Gast, und sie wurde vom Publikum und von der Presse für ihre Interpretation der Titelpartie in Paul Uys Oper „Sarah“, basierend auf dem turbulenten Leben von Marilyn Monroe, gefeiert. Die Gelegenheit dramatischere Rollen zu singen, kam dann 1990 noch einmal in Basel, als Emily Rawlins Marie in Bergs „Wozzeck“ übernahm. Dies wurde so etwas wie ihre Schicksalspartie, denn sie heiratete später ihren „Wozzeck“, den Bariton Kammersänger Falk Struckmann. 1993 sang die Sopranistin Salome (mit Filmregisseur Ken Russell) in Bonn und Floria Tosca in Jean Pierre Ponelles Produktion an der Lyric Opera in Austin, Texas, und 1994 folgte schließlich die Venus in Wagners „Tannhäuser“ am Teatro Bellini in Catania. 1999 begann Emily Rawlins damit ihre eigenen ein-Frau-Shows „The Rather Unusual Recital“© und “Wagners Weiber”© zu schreiben und in Szene zu setzen. Beide wurden im Hotel Adlon in Berlin im Rahmen der „Opera Lecture“- Serie uraufgeführt. Beide Programme sollen einem eher uninformierten und noch uninteressierten Publikum Inspiration für die Wunder des Liedgesangs und die Kunst des Singens sein und sie darüber aufklären bzw. ihre Begeisterung wecken und sie ermutigen, Opernvorstellungen zu besuchen. Seit 2002 entwickelt die Künstlerin in enger Zusammenarbeit mit Kammersängerin Jeanne Piland (führende Mezzosopranistin an der Deutschen Oper am Rhein und Professorin für Gesang an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf) das Programm Workshopera!, welches sie als neue Form der Durchführung einer Meisterklasse versteht. Workshopera! ist ein mehrtägiges Intensiv-Programm für junge Künstler und basiert auf jahrelanger Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Studenten aus Klassen von Prof. Piland an der Hochschule für Musik in Düsseldorf. Zukünftige Projekte beinhalten neben den laufenden Workshopera!-Seminaren u.a. eine neue ein-Frau-Show mit dem Titel „Die Wahrheit über Carmen“© 2007. |
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